Streifzug durch Brüssels Sonntagsmärkte

Einkaufen nach Herzenslust – und das am Sonntag von frühmorgens bis spät in den Nachmittag hinein und in allen möglichen und ungeahnten Ecken der Stadt – auf edel & antik, multikulti oder Kitsch pur- das hat in Brüssel Tradition und ist in kaum einer anderen europäischen Metropole so gut möglich wie in Brüssel. Erst am vergangenen Wochenende konnte ich diese erstaunliche Erfahrung erstmalig selbst machen. Die beiden bekanntesten Märkte im absoluten Zentrum von Brüssel – den edlen Antiquitätenmarkt am Place du Sablon, der von zahlreichen Chocolatiers und noblen Geschäften gesäumt ist, und auch den nahe gelegenen klassischen Flohmarkt am Place du Jeu de Balle – kenne ich schon gut, weil ich immer wieder, wenn ich an einem Sonntag in Brüssel bin und es die Zeit erlaubt, gerne auf einen Sprung vorbei schaue um die einzigartige Atmosphäre zu genießen.

Aber, wie schon erwähnt, es gibt da tatsächlich noch zahlreiche andere sehr sehenswerte Märkte und Straßen in Brüssel, die es am Sonntag zu entdecken gilt:
Mit Bus oder der Metro (U-Bahn) sind die Markten van Kuregem/Marchés des  Cureghem (So 7 – 13h, U-Bahn ´Clemenceau´) im Gelände der ehemaligen Schlachthäuser in Anderlecht (Slachthuizen van Anderlecht/Abbatoirs Anderlecht)  von der Innenstadt bequem zu erreichen, in denen – teils überdacht in der ehemaligen großen Schlachthalle, teils in losen Verkaufsständen, oder IMG_3417auch kleineren Hallen - alles nur Erdenkliche feilgeboten wird. Es gibt dort  scheinbar tatsächlich nichts, das es nicht gibt!
Von dort war es nur mehr einen kurzen Spaziergang zum nächsten  stadtbekannten Markt, dem IMG_3415Sonntagsmarkt beim Südbahnhof Zuidstation/Gare du Midi (So 7 – 13h, U-Bahn Station “Gare du Midi”), wo ebenfalls viel günstige Kleidung und vor allem frische Lebensmittel aller Art zu erstehen waren.  

Nun war aber eine kleine Abwechslung fällig. Von jetzt an ging´s ”bergauf” – und zwar vom Südbahnhof weg mit der Straßenbahn Nummer 81, die sich die hügeligen Straßen des Jugendstilviertels St. Gilles gemächlich hinauf schlängelte. Vorbei an beschaulichen Plätzen und wunderschönen Art Deco Fassaden bis zu einer der Stationen nahe dem Wochenmarkt St. Gillis Voorplein/Parvis de Saint-Gilles (So 9 – 13 h, übrigens auch mit der U-Bahn “Parvis de Saint-Gilles” erreichbar),

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zu dem wir gemütlich das kleine Stück bergab schlenderten. Hier flanierten wir an den mit Köstlichkeiten gespickten Marktständen vorbei und genossen das geschäftige Markttreiben. Aufgewärmt mit einer chocolat chaud haben wir uns in einem der vielen gemütlichen Cafés, die den Markt säumen, und zwar im sehr authentischen Café Verschuren.


Noch ausständig war da außerdem der Tipp, den wir erst am Vortag von einer Brüsselerin bekommen hatten: die Marokkanische Einkaufsstraße in Schaerbeek, nahe dem Nordbahnhof (U-Bahn Station `Gare du Nord´) in der Brabantstraat/Rue de Brabant. Obwohl in den Reiseführern ´Sonntag 8 – 13 h´ angeführt wird, so war auch am späten Nachmittag, als wir nach einem ausgedehnten Mittagessen und einem kleinen Rundgang durch das EU-Viertel, endlich dort ankamen, das Straßentreiben noch in vollem Gange. Leder, Goldschmuck und weniger schicke bis durchaus auch modische Kleidungsstücke – so die Ingredienzen dieses eindrucksvollen Bazars, wo in den Geschäftslokalen der Straße überaus günstig um die Waren gefeilscht werden kann. Perfekt also für Schnäppchenjäger. Multikulti, bunt, kitschig bis schrill!

Ein kunterbunter, außerordentlich abwechslungsreicher Tag erfüllt von wundervollen Kulturschocks und tausenden Eindrücken ging schlussendlich seinem Ende zu! 
Nicht nur um Schnäppchen zu erjagen, sondern einfach nur um wieder das einzigartige Flair zu genießen…: Ihr Märkte von Brüssel, ihr seht mich bald wieder! :)

Alex
28.11.2010 14:21

Wann wohin?

Wenn man eine Reise nach Flandern plant, so gibt es hier ein paar nützliche Tipps für das „Wann wohin", also den richtigen Zeitpunkt, zu dem man in welche der flämischen Kunststädte/Region Flanderns bestenfalls reisen sollte. Organisatoren von (Gruppen)Reisen rate ich immer, folgendes bei der Reiseplanung mit zu berücksichtigen:

BRÜSSEL ist aufgrund seiner Rolle als Europahauptstadt & Geschäftsreisen-Metropole das ganze Jahr über, und hier vor allem unter der Woche (!) für Touristen – die Sommerzeit und einige Feiertage ausgenommen – eher zu meiden. Von einer viel schöneren und beschaulicheren Seite zeigt sich diese Stadt am Wochenende, vor allem auch am Sonntag. Unser Top-Tipp: Da die Hotels der höheren Kategorien am Wochenende zumeist nicht voll sind, sollte man sich unbedingt auch deren attraktive Wochenendpackages ansehen. Apropos Hotels: Einen guten Überblick über das Hotelangebot in Brüssel und dem Rest von Flandern mit deren Kontaktdetails ist zu finden unter: www.flandern.at/unterkuenfte.aspx

BRÜGGE hingegen wird als das „kleine Venedig des Nordens“ besonders am Wochenende von Touristen überflutet. Wenn möglich, wäre also ein Besuch dieses putzigen Städtchens in der Zeit von Montag bis Freitag ratsam. Hier kann man sich dann auch in Ruhe treiben und das mittelalterliche Flair viel besser auf sich wirken lassen. Kleine Zusatzinfo: Zu beachten ist auch, dass gerade am Sonntag viele Restaurants in Brügge geschlossen sind.

GENT und LEUVEN, beides sehr zwei liebenswerte Universitätsstädte, präsentieren sich vor allem während der Vorlesungszeiten durch die Anwesenheit der vielen Studenten sehr quirlig und lebhaft. Allerdings spricht auch während des restlichen Jahres nichts gegen einen Besuch dieser Städte – hier überwiegt ganz allgemein die Gemütlichkeit.

ANTWERPEN ist die Shoppingstadt schlechthin – sie rangiert unter den 10 wichtigsten Modemetropolen weltweit! Das impliziert natürlich auch, dass für Shoppingfreaks der Sonntag nicht gerade der günstigste Tag für einen Besuch dieser Stadt ist. Natürlich bieten auch noch Rubens, die Diamanten, der zweitgrößte Hafen Europas, u.v.m. noch viele andere Möglichkeiten, damit einem hier nicht langweilig wird – aber mindestens ein Samstag sollte für Antwerpen schon mit eingeplant werden.  Nicht zu vergessen seien die Zeiten der großen Ausverkäufe (v.a. im Jänner und im Juni/Juli).

MECHELEN, berühmt für den Stadtpalast von “Margarethe von Österreich”  und seine Glockenspielkonzerte, ist als kleines und überschauliches mittelalterliches Städtchen jederzeit perfekt für eine kleine Stippvisite.

Die 67 Kilometer lange NORDSEEKÜSTE wird im Sommer auch gerne von den Flamen selbst besucht. Vor allem am Wochenende tummeln sich in den Küstenzentren wie Ostende oder Blankenberge die Sonnenanbeter und Meereshungrigen. Auch hier empfiehlt sich, wenn es sich einplanen lässt, ein Besuch dieser Region unter der Woche. Am Wochenende und bei Schönwetter sind vor allem auch die Züge in Richtung Küste und die Küstentram De Lijn außerordentlich gut frequentiert.

Zum “Wohin” sei hier noch ein Tipp erwähnt: Das Netz der Belgischen Eisenbahn ist sehr gut ausgebaut, weswegen es sich empfiehlt, dieses Transportmittel zu wählen. Die Bahnhöfe aller Städte befinden sich in der Nähe der Stadtzentren, die Züge verkehren tagsüber zwischen den größeren Städten mehrmals die Stunde.

Alex
20.01.2010 09:41

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